Das Theater und ich (Teil 4)

Ich war fünfzehn als ich das nächste Mal auf der Bühne stand. Lange hatte man kaum Rollen für Kinder und Jugendliche gehabt und nur durch Zufall geriet ich ein weiteres Mal in eine Produktion der Geschichte meiner Kindheit hinein. Ich war stolz, wieder dabei sein zu dürfen, stolz diesmal sogar eine Rolle mit 24 Sprecheinsätzen, die ich zum Teil bis heute kann, ergattert zu haben, stolz den Mut aufgebracht zu haben, da es meine Figur vorschrieb sogar mit dem Publikum agiert zu haben. Ich hatte es endlich geschafft und doch war meine Stimmung getrübt, die wenigsten meiner Freunde wussten von meiner Rolle, man hielt mich für kindisch, kaum einer verstand, wie viel mir diese Rolle bedeutete und wie viel Mut sie von mir verlangte, denn ich hatte lange nicht gespielt, ich hatte mein inneres Kind mit samt seiner ungetrübten Freude, seinem Selbstvertrauen, seinem Eigensinn für fantastisches und seiner bunten Fantasie verloren. Ich spielte mit quasi Fremden auf der Bühne, gegen meine Freunde ich spielte gegen sie, denn viele empfanden keinerlei Freude oder Anerkennung für mich und manche verachteten gar meine Leidenschaft. Ich spielte nicht nur einen Zwerg Schneewittchens auf der Bühne, ich war innerlich zu einem geworden, denn ich hatte mich von anderen beeinflussen lassen und begonnen mich selbst zu verlieren.

Schneewittchen

©Julieenjoyslife

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