verschwommene Erinnerungen an ein unbeirrbares Kind

Ich stehe im Türrahmen meines Zimmers, vor mir auf dem Boden liegen sich über das ganze Zimmer erstreckend Erinnerungen verteilt. Zeitungsartikel, Festivalplaner, Broschüren, Textbücher, Eintrittskarten, Fotos, Tagebücher, Plakate, Flyer, Autogrammkarten, Requisiten, all das erstreckt sich als eine Art Teppich über meinen gesamten Boden. Ich weiß, ich hatte mein Zimmer vor kurzem genau so verlassen, doch jetzt, wo ich von außen davor stehe sieht alles so fremd aus, so unreal, als sei ich nie dort gewesen, als hätte ich nie auf dieser Bühne gestanden, die mir von klein auf so vertraut gewesen und doch zugleich mit den Jahren so fremd geworden war, so als hätte ich all diese Menschen nie kennen gelernt und all diese Figuren nur aus weiter Ferne betrachtet und doch weiß ich es stimmt, ich war dabei. Ich war dabei ich war überall dabei. Ich war es, die mit sieben Jahren furchtlos das erste Mal vor 300 Menschen auf dieser Bühne stand, fasziniert von all den Details, den bunten Kulissen und die Hauptdarsteller anhimmelnd das erste Mal die Welt des Theater von der anderen Seite sehen durfte. Ich war es auch, die mit neun Jahren von einem Tag auf den anderen beschloss ein Buch zu schreiben. Ich war es, die mit zehn Jahren auf die absurde Idee kam in der Schülerzeitung einen Artikel über die Mumifizierungsmethoden der alten Ägypter zu schreiben und erst jetzt fange ich an zu begreifen, wie stolz ich doch hätte sein können, doch ich konnte es nie sein. Vor mir liegt ein chaotisch bunter Haufen Postkarten und Fotos, Reisemitbringsel, Kindheitserinnerungen, geplatzte und noch immer nicht erfüllte Träume, all das verschwimmt in einer dunklen Brühe der Erinnerung, vieles kann ich nur noch erahnen.

©Julieenjoyslife

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2 thoughts on “verschwommene Erinnerungen an ein unbeirrbares Kind

  1. Meine Welt besteht aus Horizonten
    An denen alles verschwimmt
    Und jeder Schritt verschiebt die Grenzen
    Wenn ein neuer Pfad beginnt
    Erinnern ist Vergessenes
    Aus der Ferne betrachten
    Im Licht des Sonnenuntergangs
    Die Zeitgeister bewachen
    Zwischen Alt und Neu
    Spielen Momente mit sich selbst
    Und mit dem Menschen allemal
    Wie es ihnen gefällt

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