Der Schalter (an F.)

Und plötzlich, ganz plötzlich drehte er den Schalter um und er war erwachsen. Er war nicht mehr der verrückte Kindskopf, der ihr alberne Geschichten erzählte, er war auch nicht mehr der Liebhaber, den sie in ihm gefunden hatte, auch war er nicht der Clown, der sie gar zu oft zum lachen brachte oder der melancholische Pessimist, den sie sonst so oft aus seiner Höhle locken musste. Nein diesmal war es anders. Es hatte seinerseits nur einen winzig kleinen Anstoß des Schalters benötigt und ganz plötzlich hatten sie ihre Rollen getauscht. Ganz plötzlich bewirkte er durch wenige Worte, dass sie, die sonst so zuverlässige Optimistin nun seine Hilfe brauchte. Ihr selbst war es bis dahin nicht einmal bewusst gewesen, dass sie in dieser Form je Hilfe hätte benötigt und doch, doch brauchte sie sie dringender als sie sich im ersten Moment der Erkenntniss  eingestehen wollte. Er wusste es, er wusste es lange bevor sie es überhaupt ahnen konnte und doch hielt er sich bis zum richtigen Augenblick zurück. Erwachsen werden könne man noch früh genug hatten sie gescherzt und dass sie nie auch nur im Traum ihr inneres Kind verlieren wollten, denn ohne dieses habe man sich sowieso schon selbst verloren. Manchmal,manchmal aber braucht man eine starke Hand, die selbst dem positiv gestimmtesten Optimisten wieder neuen Mut gibt, Mut weiter zu gehen, egal wie steinig der Weg ist, Mut von den schönsten Dingen zu träumen, Mut an das gute im Leben zu glauben, Mut zu neuen Wagnissen aber vor allem Mut sich mit all seinen Ängsten und Sorgen in die Arme eines Freundes fallen zu lassen. Und so kam es, dass der ihr sonst so liebevoll, manchmal melancholisch gestimmte Pessimist mit strenger, fast väterlich fürsorglichen Stimme erklärte, sie dürfe gerade jetzt nicht aufgeben sie selbst zu sein, sie müsse für das kämpfen was ihr etwas bedeute. Die Optimistin jedoch, im Meer der Tränen schwimmend verliebte sich mit jedem seiner Worte ein kleines Stückchen mehr in den liebevoll, melancholischen Chaoten, der ihr zeigte dass es wichtig war, dass sie manchmal Rollen tauschten.

©Julieenjoyslife

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7 thoughts on “Der Schalter (an F.)

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